Teufelsley bei Hönningen (Ahr)

[267-17-783-6.4-877.5-4906.0]


Waren Jilly und ich gestern noch Teuflisch an der Ahr unterwegs, so ging es heute aufgrund des Regens zu einem weiteren "teuflischen Spot": der Teufelsley bei Hönningen.

Hier bin ich zuletzt im Januar 2015 mit dem Rüden auf einer etwa 15 km langen Rundwanderung vorbeigekommen: Teufelsley Hönningen.

Um es direkt vorweg zu nehmen: ein Großteil unseres Weges - nach der Teufelsley - war so gerade noch begehbar. Die Wege waren tatsächlich vorhanden, allerdings in Teilbereichen fast komplett zugewachsen und alternative Wege nur schwer zu finden.
Auch wiesen diese Wege viele Kuhlen auf, wie sie von Wildschweinen herrühren.


Diesmal fahre ich direkt das Ommelbachtal hinauf (gute Stoßdämpfer sind Pflicht) und stelle den Wagen oberhalb ab. Wie kann es anders sein: es fängt an zu regnen und hört bis zum Ende der Wanderung auch nicht auf.


Wir gehen den selbstgebastelten Rundweg im Uhrzeigersinn entlang und folgen somit einem kurzen Teilstück vom 184 km langen Karl-Kaufmann-Weg.


Ein schmaler Pfad - ohne Hinweis - führt rechts zur Teufelsley selbst.
Natürlich nehmen wir diesen Weg. Deswegen sind wir ja hier.


Wir können schon das Quarzitgestein durch den Bewuchs durchschimmern sehen.


Und schon sind wir da.


Die Teufelsley ist ein 495,9 m ü. NHN hoher Berg der Osteifel, einem Teil des Mittelgebirges Eifel. Sie liegt bei Liers im rheinland-pfälzischen Landkreis Ahrweiler und besteht aus dem größten zusammenhängenden Quarzitblock Europas (Quelle).


Gottfried Kinkel bemerkt zur Teufelsley unter anderem: „Dieses höchst phantastische Gestein erhebt sich auf einem schmalen Berggrat, so dass es das Ansehen hat, als ob durch einen furchtbaren Stoß von Osten her die Masse zertrümmert worden wäre. Ohne Zweifel beruht auf dieser schon früher im Volke mit gewohntem natürlichen Scharfsinn gemachten Beobachtung die Sage von dem Schlosse, das hier der Teufel im Trotz gegen Gott himmelhoch aufgerichtet habe. (…) Diesmal, wie immer, ist's denn dem Teufel schlecht geraten: Sein halbfertiges Schloss zerschmiß ein einziger Stoß der Gotteshand, und wirklich macht der Fels den Eindruck einer zyklopischen Burgruine.“ Von einer möglichen Burg auf der Teufelsley gibt es jedoch keinerlei historische Nachrichten oder gar Baureste (Quelle wie vor).

Die längere Sagengeschichte zur Teufelsley findet sich hier. 


Erdgeschichtlich ist die Teufelsley dem Devon des Rheinischen Schiefergebirges zuzuordnen, das aus den Ablagerungen des gewaltigen Devonmeeres vor etwa 400 Millionen Jahren entstanden ist. Dieses Gestein ist äußerst hart, zäh und verwittert nicht wie die brüchigen weichen Schiefer, so dass der Quarzfels Teufelsley als Härtling die Umgebung überragt. Da typische Quarzite in dieser Ausdehnung sehr selten sind, wurde die Teufelsley unter Naturschutz gestellt (Quelle).


Der Bereich um den Felsen wurde von der Bezirksregierung in Koblenz 1926 zum Naturschutzgebiet erklärt. Dies sollte „der Erhaltung des Felsgebildes der Teufelsley nebst den dort vorhandenen Ansammlungen von Felsblöcken“ dienen. Damit wurde zugleich „verboten, die auf dem geschützten Gelände befindlichen Felsgebilde und die dort vorhandenen Felsblöcke zu beseitigen, zu beschädigen oder sonst wie zu verändern“.

Am Ostabhang der Teufelsley unterhält die Sektion Koblenz des Deutschen Alpenvereins eine Schutzhütte und nutzt den Berg zum Klettertraining (Quelle).


Jilly ist mal wieder genervt, weil es nicht weitergeht und ich den Zwerg immer wieder aus anderen Positionen fotografiere. 😃


Ist aber auch wieder mystisch hier.


Noch ein letztes Bild und wir verlassen den Block.


Wir gehen den Trampelpfad weiter und gelangen wieder auf das Teilstück des Karl-Kaufmann-Weges.


Eigentlich - bei schönem Wetter - eine klasse Aus- und Weitsicht.
Aber auch so gefällt es mir.


Wir verlassen den erwähnten Weg und halten uns rechts den Weg hinab.


Es wird jedoch alsbald abenteuerlicher. Der Weg wächst zu.


Nach einigen Kurven erreichen wir den Dennbach und sehen quasi den Kellereingang der "Teufelsburg".


Noch ein Blick seitlich.


Ja genau. Auch das ist der Weg.
Parallel zu diesem Weg führt auf der anderen Seite des Baches ein breiterer Weg entlang.
Vielleicht hätten wir den nehmen sollen.

Es geht in einer Kehre rechts in den Wald hinein. Der usprüngliche Weg ist kaum noch zu erahnen, aber da.
Nach einem anstrengenderen Aufstieg kommen wir jedoch wieder auf einen der breiteren Wege, dem wir nun zurück zum Parkplatz folgen.


Noch schnell Jillymaus abtrocknen, die Regenjacke ausziehen und ausschütteln und dann wieder mit dem Wagen zurück.


Tipp:

Ich möchte Euch gerne noch einen (online) Lesetipp offerieren:
Nichts bleibt, wie es war - oder die Teufelsley bei Hönningen (von Karl-Georg Müller alias "Der Schlenderer").


Track (wer mal offroad durch den Wald will) 😃  :

Kommentare